Fake News: Wer einmal lügt, dem glaubt man weiterhin

Warum Fake News an Propaganda erinnern und wer davon im Wahlkampf profitiert: Ein Rückblick auf die Podiumsdiskussionen der Forschungsgruppe Medienwandel am 23. November im Saal der Salzburger Nachrichten.

Wir befänden uns in einem Propagandakampf, stellte Judith Denkmayr fest. Die Social-Media-Expertin der Rechercheplattform „Addendum“ diskutierte am Donnerstag im SN-Saal gemeinsam mit Fachleuten aus Journalismus und Wissenschaft über Fake News, P1060857Social Bots und neue Medien im Wahlkampf. Fake News, also bewusste Falschmeldungen, würden in erster Linie geschaffen, um zu manipulieren. Es handle sich um einen Teufelskreis, waren sich die Experten einig: Fake News verbreiten sich immer weiter, auch wenn sie widerlegt werden. Die Medien würden das ganze noch schlimmer machen, indem sie Themen aus dem Netz aufgreifen, kritisierte André Wolf von Mimikama, einem Verein zur Aufdeckung von Fake News. Außerdem seien weniger die jungen Internet-User das Problem, sondern „die Männer ab 40“.

Der Hamburger Kommunikationswissenschafter Uwe Hasebrink plädierte für Aufklärung vonseiten der Medien: „Das ist mühsam, aber daran führt kein Weg vorbei.“

Auch abseits von Fake News sei die politische Rolle von sozialen Netzwerken nicht zu P1060831unterschätzen. Von den Facebook-Mechanismen profitieren können etwa rechtspopulistische Parteien, erläuterte der Politikwissenschafter Marcelo Jenny: „Sie kompensieren die Aufmerksamkeit, die ihnen die Medien nicht schenken.“ Umlegen auf Wahlergebnisse könne man das aber nicht. Dann hätte nämlich die Alternative für Deutschland (AfD) den deutschen Wahlkampf haushoch gewonnen.

Studenten luden in den SN-Saal

Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Fake News, Bots und digitaler Wandel“. Gemeinsam mit den „Salzburger Nachrichten“ lud die Forschungsgruppe Medienwandel P1060845der Universität Salzburg am Donnerstag, dem 23. November, namhafte Experten zu zwei Podiumsdiskussionen. Moderiert wurden die Runden von SN-Chefredakteur Manfred Perterer und SN-Medienjournalist Ralf Hillebrand. Für Gesprächsstoff auf den Podien sorgten neueste Forschungsergebnisse von Master-Studierenden der Kommunikationswissenschaft. Der Alumni-Verein Friends of Kowi vergab zudem Förderpreise an herausragende Exposés für Abschlussarbeiten.

Den Abend zum Nachhören gibt’s unter folgendem Link: Fake News: Wer einmal lügt, dem glaubt man weiterhin

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