Wo nachmachen belohnt wird: Der Wettlauf der Social Networks

Die Konkurrenz im Netz ist gnadenlos. Statt Vielfalt herrscht Einfalt am Markt, wodurch sich die Sozialen Netzwerke immer ähnlicher werden. Am Ende überleben nur die Großen.

social networks

Facebook, Instagram, Snapchat, WhatsApp, Twitter – so viele Networks mit so vielen verschiedenen Features. Oder doch nicht? Tatsächlich sind die Entwicklungen am Social-Media-Markt ein Paradebeispiel für die Logik der Internetökonomie. Kaum führt ein Netzwerk ein neues Feature ein, wollen alle anderen es auch haben.

Bestes Beispiel: Instagram, das schon seit 2012 zum Facebook-Konzern gehört, ist im Wettkampf mit dem Instant-Messenger-Dienst Snapchat nichts anderes als eine Spielwiese für das Unternehmen von Mark Zuckerberg. Es ist die ideale Plattform, um neue Funktionen zu testen – dass diese meistens von Snapchat kommen, stört den Konzern nicht. Die „Stories“-Funktion zum bildhaften Erzählen von Geschichten, die Instagram von Snapchat abgekupfert hat, ist nur ein Beispiel dafür, wie sich die sozialen Netzwerke aneinander angleichen.

Das wirkt aus medienökonomischer Sicht zunächst unlogisch. Man würde vermuten, dass ein Produkt vor allem dann erfolgreich ist, wenn es sich von der Konkurrenz abhebt. Die Internetökonomie funktioniert aber grundlegend anders. Der Wettbewerb im Netz führt dazu, dass sich Produkte immer ähnlicher werden. Der Knackpunkt ist hierbei die Aufmerksamkeit der User. Wie die Plattformen genutzt werden, ist für die jeweiligen Netzwerke zweitrangig.

Viel wichtiger ist, wie lange sich die User auf der Plattform aufhalten. Je länger die Nutzungsdauer, desto höher sind die Werbeeinnahmen. Zusätzliche Features sind dabei der beste Weg, um User länger im Netzwerk zu halten. Diese Strategie funktioniert, wie das Beispiel der „Stories“-Funktion zeigt. Snapchat hat das Feature erfunden, Instagram hat es kopiert und ist damit nach nur kurzer Zeit sogar erfolgreicher als das Original. Die fortschreitende Konvergenz der sozialen Netzwerke hat also in erster Linie finanzielle Gründe. Wie lange dieses gegenseitige Abkupfern von Features noch fortgesetzt werden kann, ist fraglich – denn eines ist klar: Irgendwann werden die User nicht mehr wählen können, weil nur die Großen überleben.

Von Christian Hetzenauer und Katharina Maier

Artikel als PDF

Quellen:

T3n.de (2017): Instagram Stories überholt Snapchat – Snap-Aktie auf Sinkflug. Online unter http://t3n.de/news/instagram-stories-snapchat-aktie-815083/ (26.06.2017).

Lewanczik, Niklas (2017): Warum Soziale Netzwerke kaum mehr zu unterscheiden sind. Online unter https://onlinemarketing.de/news/soziale-netzwerke-gleichen-features (26.06.2017).

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s