Deutschland sagt Social Bots den Kampf an

Social Bots sollen künftig in sozialen Medien gekennzeichnet werden. Die Landes-Justizminister wollen sie mit einem neuen Gesetz aus der Anonymität holen. Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter sollen in Zukunft Beiträge von Bots erkennen. Auch gegen Personen, die Social Bots einsetzen, sollen vorgegangen werden.

Bild_Change KopieNicht nur Menschen sind auf Facebook und Twitter aktiv. Auch Roboter, sogenannte Social Bots, treiben dort ihr Unwesen. Bis zu 15 Prozent der rund 319 Millionen Twitter-Konten sind Bots. Sie können Meinungsbilder verzerren und Trends beeinflussen. Um die Nutzer davor zu schützen, wollen die deutschen Landes-Justizminister die Kennzeichnung von Bots gesetzlich durchsetzen. Betreiber von sozialen Medien müssen Beiträge von Bots markieren. Nutzer können so auf den ersten Blick Postings von Menschen und intelligenten Programmen unterscheiden. Die Initiative soll vor allem unerfahrenen Nutzern helfen. Auch Personen, die Roboter einsetzen, sollen in Zukunft Strafen erhalten. Den Bundesländern sei es dabei selbst überlassen, ob sie Bußgelder verhängen.

Der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf sieht vor allem den Einsatz von Bot-Armeen als problematisch an. Dieser stelle eine ernsthafte Gefahr für die politische Willensbildung dar. Unzählige Social Bots posten mit ihren falschen Profilen auf öffentlichen Seiten. Dadurch können sie die Themen-Agenda bestimmen und Diskussionen im Netz manipulieren. Wie das Portal Marktforschung.de berichtet, sehen auch die deutschen Wähler den Einsatz von Social Bots für die kommende Bundestagswahl im September kritisch. Nutzern muss klar sein, dass es Social Bots gibt und dass sie eine verzerrende Wirkung haben können. Die Kennzeichnungspflicht ist eine erste Maßnahme, Fake Profilen den Kampf anzusagen und ihren Einfluss auf politische Willensbildung zu begrenzen.

Von Nadine Kleinbauer und Martin Oberbichler, am 28.6.2017

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Quellen

derStandard (2017): Kennzeichnungspflicht für Roboter-Postings in Deutschland geplant. Online unter: http://derstandard.at/2000059415577/Kennzeichnungspflicht-fuer-Roboter-Postings-in- Deutschland-geplant (26.06.2017).

Oberhoff, Ina (2017): Bundestagswahl. Wähler wollen keinen Einsatz von Social Bots. Online unter: https://www.marktforschung.de/nachrichten/marktforschung/bundestagswahl-waehler-wollen-keineneinsatz-von-social-bots/ (26.06.2017).

Siegmann, Marten (2017): Twitter: Bis zu 48 Millionen Bot-Profile. Online unter: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Twitter-Bis-zu-48-Millionen-Bot-Profile-3650678.html (29.06.2017).

 

Foto: Nadine Kleinbauer/Martin Oberbichler

 

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