Bahrain – Pressefreiheit unter Beschuss

In Bahrain wurde kürzlich ein umstrittenes Verbot gegen die unabhängige Zeitung „Al-Wasat“ verhängt. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht  ist das ein schwerer Schlag gegen die Pressefreiheit.

kette.jpg„Vorläufiges Verbot nach wiederholter Verletzung von Gesetzen und Gefährdung der nationalen Einheit und der Beziehungen mit anderen Ländern“, das sind die Anschuldigungen der Regierung des Wüstenstaates Bahrain gegen die unabhängige Zeitung „Al-Wasat“. Für den Chefredakteur Mansur al-Jamri kam die Entscheidung der Regierung aus heiterem Himmel. Er glaubt, dass ein Kommentar über Proteste in Marokko der Auslöser für das Verbot sei. Der Zeitung sei es nicht ermöglicht worden Stellung zu beziehen und Argumente gegen eine Schließung vorzubringen.

Als schweren Schlag gegen die Pressefreiheit in Bahrain, so kann man das Verbot der Zeitung „Al-Wasat“ aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht sehen. Unabhängige Berichterstattung, kritisches Hinterfragen oder Satire – diese wesentlichen Merkmale des Journalismus sind jedoch nach wie vor in vielen arabischen Ländern nahezu unmöglich, wie der jüngste Fall beweist.

Was kann man dagegen tun? Ein Erdöl-Embargo oder weitere politische Sanktionen werden vermutlich wenig Erfolg haben. Als Kommunikationswissenschafter kann man über solche Ereignisse berichten, sie kritisch betrachten und der Welt zeigen, dass diese schwerwiegenden Verstöße gegen die Pressefreiheit in unseren Ländern nicht unkommentiert hingenommen werden. Unsere Aufgabe ist es, Missachtungen immer wieder aufs Neue aufzuzeigen und darüber zu informieren. Menschenrechte sind unteilbar. Ein Recht auf freie Meinung gilt auch für Menschen, die in Ländern leben, deren Staatsform eine konstitutionelle Monarchie ist.
Unsere Rechte in Europa sind nicht über Nacht entstanden. Auch hier musste man für Demokratie und Unabhängigkeit kämpfen. Sich einsetzen für seine Werte, glauben an eine Welt in der freie Meinungsäußerungen nicht geahndet wird. Für sich selbst einstehen. Das ist der Weg der langfristig zu einer Veränderung führt.

Von Kati Markut und Christian Guter, am 24.6.2017

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Quellen

derStandard (2017): Regierung in Bahrain untersagt Zeitung die Arbeit. Online unter: http://derstandard.at/2000058736104/Regierung-in-Bahrain-untersagt-Zeitung-die-Arbeit (12.6.2017).

Kurier (2017): Regierung in Bahrain untersagt Zeitung die Arbeit. Online unter: https://kurier.at/politik/ausland/regierung-in-bahrain-untersagt-zeitung-die-arbeit/267.894.509 (12.6.2017).

 

Foto: pixabay.com

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