Trump rettet Qualitätsmedien

US-Präsident Trump verschärft seinen Kampf gegen die Presse, doch gleichzeitig stärkt er sie. Mit seinen widersprüchlichen und konfusen Aussagensteigt die Relevanz von glaubwürdigen und neutralen Medien. Allein die „New York Times“ hat im letzten Quartal im US-Wahljahr 2016 mehr Neukunden als in den Jahren 2013 und 2014 dazugewonnen.

newspaper-1959739_1920Die Qualitätsmedien der USA haben in den letzten Monaten ein gewaltiges Plus bei ihren Abonnenten bekannt gegeben. Bereits im ersten Quartal gab die „New York Times“ ein Plus von 308.000 Abonnenten bekannt. Auch das „Wall Street Journal“ hat im Wahljahr 2016 insgesamt 300.000 neue Abos hinzugewonnen. Grund dafür soll ausgerechnet Trump sein. Der US-Präsident zeigt offen seine Wut auf die US-Medien, schließt Medienvertreter von Pressekonferenzen aus und setzt sich dafür ein, dass Journalisten ihre Quellen mit Namen angeben müssen. Und so stärkt er die Qualitätsmedien in den USA? Ein Paradox?

Der Anstieg der Abonnentenliefert den Beweis dafür, dass gerade in politisch schwierigen Zeiten die Leserinnen und Leser qualitativ hochwertige Beiträge wertschätzen. Trumps Aussagen sind oft nicht glaubwürdig, verdrehen die Fakten und bringen nur seine eigene Realität hervor. Die Bürger wollen sich aber neutral informieren und wenden sich wieder vermehrt dem Angebot der Qualitätsmedien zu. Das stärkt auch den Anspruch an guten und glaubwürdigen Journalismus und könnte den Qualitätsmedien wieder mehr Glaubwürdigkeit verleihen.

Dabei ist es die Aufgabe eines Journalisten stets fair und genau zu berichten. Der Pressekodex legt fest, dass alle Journalisten dazu verpflichtet sind, die Bevölkerung wahrheitsgemäß zu unterrichten, Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und falsche Meldungen sogleich richtig zu stellen. So ist es gerade Trumps loser Umgang mit der Unwahrheit, der nun dazu führt, dass Journalisten wieder ein demokratisches Sendungsbewusstsein entwickeln. Denn gerade dann, wenn es die Führung der größten Macht der westlichen Welt mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, sind Journalisten gefordert und ihre Leistungen nachgefragt. Sehr zum Missfallen von US-Präsident Trump. Aber sehr zum Vorteil der Demokratie.

Von Lea Frank und Julia Rafschneider, am 21.5.2017

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Quellen

Bpb (2011): Wer Journalisten sind und wie sie arbeiten. Online unter: https://www.bpb.de/izpb/7527/wer-journalisten-sind-und-wie-sie-arbeiten?p=all (17.05.2017).

Nzz.ch (2017): Trump Effekt? Starker Abo-Zuwachs beim „Wall Street Journal“. Online unter https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/trump-effekt-starker-abo-zuwachs-beim-wall-street-journal-ld.1292196 (15.05.2017).

Tagesschau.de (2017): US-Präsident. Trumps Krieg gegen die Medien. Online unter https://www.tagesschau.de/ausland/trump-us-medien-101.html (15.05.2017).

Ulusoy, Dogan Michael (2017): Ein Segen für die Medien? Wie Trump ungewollt den Journalismus stärkt. Online unter http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ein-segen-fuer-die-medien-wie-trump-ungewollt-den-journalismus-staerkt/19450928.html (15.05.2017).

 

Foto: pixabay.com

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