Youtube führt umstrittenes Werbeformat ein

YoutubeSeit dem 1. Mai 2016 zeigt Alphabet auf seiner Videoplattform YouTube eine neue Form von Werbeeinblendungen. Statt der Preroll-Werbung, die man nach fünf Sekunden wegklicken konnte, werden den Nutzern nun sechs-sekündige Werbeclips (Bumper-Ads) vor die Nase gesetzt. Diese sechs Sekunden enthalten die volle Produktinformation und können von den Nutzern nicht mehr übersprungen werden.

Überspringen unmöglich

Kosten und Nutzen dieser Neuerung sind ungleich verteilt. Was den Werbetreibenden Nutzen verspricht geht auf Kosten der User. Sie können sich der plumpen Werbung nicht mehr entziehen. Die manchmal durchaus reizvollen Versuche der Werber, die User durch attraktive Prerolls zum Weiterschauen zu verführen, entfallen.

Doch hat dieses neue Format wirklich Erfolg? Wer den bisherigen fünf Sekunden keine Aufmerksamkeit geschenkt hat und die Werbeeinblendung weggeklickt hat, wird sich auch für die Sechs-Sekunden-Werbung nicht interessieren. Für die Nutzer sind diese Werbeeinblendungen häufig eine lästige Unterbrechung auf dem Weg zum eigentlichen Ziel.

Genötigte User – zufriedene Werbekunden?

Allerdings zeigt eine Studie von YouGov, dass solche Werbeeinblendungen auf Videoplattformen für die Werbetreibenden durchaus erfolgreich sind. „79 Prozent der Befragte nehmen die Werbeeinschaltungen vor Beginn eines Videos immer oder häufig wahr“, erklärt Oliver Gaedeke, Vorstand bei YouGov.
Mit der Freiheit, unerwünschte Werbung wegzuklicken, ist es bei YouTube also bis auf weiteres vorbei. Statt dessen nötigt YouTube den Nutzern die Werbung auf – und geht damit das Risiko ein, dass noch mehr User mit Ad-Blockern individuell Abhilfe schaffen. Der Schuss könnte also auch für die Werbekunden nach hinten losgehen.

04.05.2016: Ein Artikel von Sarah Brandstätter und Andrea Pracht für die Forschungsgruppe Medienwandel.

Artikel als PDF

Quellen:

http://derstandard.at/2000035795456/YouTube-fuehrt-nicht-ueberspringbare-kurze-Werbeclips-ein?ref=rec

http://meedia.de/2016/03/16/yougov-studie-jeder-zweite-laesst-sich-von-onlinevideowerbung-beeinflussen/

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