Zeitungskiosk à la Spotify

hands-1167619_1920Read.it heißt die neueste App, die ab Jänner 2016 österreichische Tageszeitungen und Magazine auf unsere Smartphones bringt. Ende Jänner 2016 startete der deutsche Pressegroßhändler PVG (Presse-Vertriebs-Gesellschaft) den digitalen Zeitungskiosk „read.it“. Die PVG setzt bei read.it auf ein Flatrate-Modell nach dem Prinzip des Musikdienstes Spotify – neben einer werbefinanzierten Gratisversion gibt es auch kostenpflichtige Premium-Modelle. Derzeit kostet das Premium-Modell, in dem alle vorhandenen Medien nutzbar sind 9,99 Euro. Sobald sich das Angebot vergrößert, soll das Tageszeitungsangebot monatlich 14,99 Euro kosten. Wer zusätzlich Magazine lesen möchte zahlt 19,99 Euro.

read.it. behält 30 Prozent der Einnahmen

Laut read.it-Managing-Director Jörg Braun werden im ersten Jahr 30.000 App-Nutzer benötigt um profitabel zu sein. Davon müssten nur 10 Prozent zahlende Kunden sein. Der Großteil der Einnahmen soll durch Werbe-Spots generiert werden. Diese werden alle drei bis vier Minuten automatisch gestartet, laufen mit Ton und können nicht übersprungen werden.

Die Vergütung der Medienpartner erfolgt nutzungsorientiert. „Jedes Lesen wird monetarisiert“, fasst es Jörg Braun zusammen. Bei der Gratisversion werden die Verlage entsprechend des Anteils ihrer Inhalte an den ausgespielten Werbe-Spots bezahlt. Innerhalb des Premium-Modells werden sie gemäß der Lesezeit der Nutzer entlohnt. Dadurch fließen etwa 70 Prozent der Einnahmen an die Verlage. read.it könnte dadurch zu einem Indikator dafür werden, für welche Inhalte Nutzer bereit sind zu bezahlen.

Ausweg aus der Krise?

Der mediale Wandel, weg von klassischen Printmedien und hin zu digitalen Angeboten, hängt vor allem mit der Verbreitung von mobilen Endgeräten zusammen. Digitale Zeitungskioske wie read.it sind eine Antwort auf das veränderte Verhalten der Nutzer. Laut Leonard Novy, Publizist und Politikwissenschaftler, bezieht sich die Medienkrise vor allem auf Printmedien und die Finanzierung des Journalismus. Dennoch ist er der Meinung, dass Krisen immer auch die Chance auf Erneuerungen in sich bergen.

Die Erschließung neuer Verbreitungskanäle alleine wird den Journalismus nicht aus der Krise führen. Damit in Zukunft Qualität und Vielfalt im Journalismus gewährleistet bleiben, muss dieser den Lesern etwas wert sein. Bevor sich die Einstellung der Leser gegenüber dem Wert von journalistischen Inhalten nicht verändert, wird sich auch an der Krise des Journalismus nichts ändern.

18.01.2016. Ein Beitrag von Petra Meirhofer und Richard Franz Hoffmann für die Forschunsgruppe Medienwandel.

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